Sonntag, 30. Januar 2011


Mein Austauschjahr in Ecuador 2009-2010


Dank Rotary habe ich unvergessliche 11 Monate im wunderschönen Land Ecuador verbracht. Ecuador liegt in Latein/Süd Amerika und zwar zwischen Kolumbien im Norden, Peru im Süden und Osten und dem großen pazifischem Ozean im Westen.

Die ganzen elf Monate habe ich in Ecuadors Hauptstadt Quito gewohnt. Das schöne an Quito sind die vielen Berge und das recht angenehme Klima. Egal wo man sich in der Stadt aufhält, kann man keine 100 Meter laufen oder fahren ohne mindestens einen Hügel oder Berg bestiegen zu haben! Quito liegt nämlich in „La Sierra“ was so viel wie „Bergkette“ bedeutet.

Doch man sollte nicht denken, dass nur weil man in den Bergen ist, es nur kalt wäre. Sobald die Sonne nämlich rauskommt, steigen die Temperaturen und da man muss aufpassen, dass man keinen Sonnenbrand bekommt. Durch Ecuador und auch durch Quito hindurch verläuft der Nullte Breitengrad, der Äquator, sodass ich bestimmt über hundert Mal ohne es auch nur zu wissen von der Südlichen Hemisphäre in Nördliche oder umgekehrt gewandert bin.

Ecuador ist ein richtig schönes Land, wie wahrscheinlich die meisten Länder in Süd Amerika, doch ich finde Ecuador hat mehr zu bieten als andere. Aus rotarischer Hinsicht ist Ecuador super, weil es nur aus einem Diskrit besteht: Ecuador 4400. Dadurch fühlt man sich, als Austauschschüler, viel mehr mit all den anderen Austauschschülern im Land verbunden.

Was noch dazu kommt ist, dass zu Ecuador auch die Galapagos Inseln gehören, wo Charles Darwin seine Evolutions-Theorie erstellt hat und wo auch wir mit Rotary hingeflogen sind.

Ecuador hat eigentlich schon die fast perfekte Größe und Varietät für einen Austauschschüler, der 9-10 Monate dort verbringen möchte.

Das Land kann man in vier vertikale Streifen unterteilen: der erste Streifen, sind die Galapagos Inseln, die so schön und eine so große Vielfalt an Tieren, Pflanzen und Aussichten bietet, dass man dort kaum noch aus dem Staunen kommt. Rotary hatte es so organisiert, dass verschiedene Gruppen von vielleicht 20 bis 30 Austauschschülern nach einander die Galapagos Inseln besuchen durften. Wir haben 5 wunderbare Tage dort verbracht. Haie, Seeroben, Iguane, Blue footed Boobies, Schildkröten und vieles mehr habe ich dort zu sehen bekommen.

Foto #1: Solitario Jorge -- George ist die letzte Schildkröte seiner Art


Foto #2: Ein Vogel namens: Blue Footed Boobie. Ein blaufüßiger Vogel!


Foto #3: Schwarze Iguane. Diese Insel war nur von dieser Eidechsen Art bewohnt


Foto #4: Zeit zum entspannen! Ein Finne, ein Norweger und ein Nord Amerikaner entspannen sich vom vielen Tauchen und den wunderschönen Aussichten!



Der nächste Streifen, östlich der Galapagos Inseln, am Festland, ist die Küste „La Costa“. Ganz im Gegensatz zu der Nord- und Ostsee ist der Pazifische Ozean an Ecuadors Küste schön warm.

Die Küste besteht aus vier Provinzen: Esmeraldas im Norden, dann Manabí, Guayas und El Oro im Süden. In Esmeraldas gibt es einen Strand der „Casa Blanca“ heißt wo auch meine erste Gastfamilie eine kleine Wohnung hatte. Es wird oft gesagt, und es stimmt auch eigentlich, dass Casa Blanca der Strand der „Quitenos“ ist, da dort die meisten Bewohner Quitos in den Ferien hinfahren. Ich denke man könnte noch hinzufügen, dass es eines der teuersten, aber auch saubersten Strände in Ecuador ist.

Die Küstenprovinz südlich von Esmeraldas ist Manabí, wo ich mit ca. 130 anderen Austauschschülern meine zweite Reise in Ecuador zum Strand „Crucita“ unternommen habe.

Die zweit südlichsten Provinzen Guayas und El Oro habe ich leider nicht sehen können, was ich sehr schade finde, denn meine ecuadorianischen Freunde haben mir oft empfohlen nach Salinas zu gehen, um es zumindest einmal gesehen zu haben. Salinas ist ein berühmter Touristen Strand in Guayas. Wie bei Quito und Casa Blanca besteht dasselbe Prinzip mit Guayaquil, der größten (Hafen-)Stadt Ecuadors, und dem Strand Salinas.

Foto #5: Strand Casa Blanca im November

Der Dritte „Streifen“ Ecuadors ist die Sierra, die Bergkette. Hier wechselt die Temperatur je nachdem ob die Sonne scheint oder nicht. In Quito, in der „Urbanización El Condado“ habe ich meine ersten 6 Monate verbracht. Auch nachdem ich meine Familie gewechselt hatte war ich bestimmt jeden dritten Tag bei ihnen zuhause, nicht nur weil ich diese Gastfamilie so ins Herz geschlossen hatte und habe, sondern auch weil meine beste Freundin dort nun wohnte. Sie war auch eine rotarische Austauschschülerin aus Kanada.

In meiner ersten Gastfamilie hatte ich drei ältere Gastbrüder. Den jüngsten dieser drei, Daniel, habe ich nur kurz am Anfang gesehen, da er selber einen Austausch gemacht hat. Diese Kurze Zeit in der ich ihn gesehen hab genügte jedoch, dass er mir seine besten Freunde vorstellte, die später auch zu meinen guten Freunden gehörten.

In meiner zweiten Gastfamilie hatte ich auch drei ältere Geschwister. Zwei Schwestern und ein Bruder. Meine 18 Jährige Schwester habe ich leider nie getroffen, da sie in den USA war und erst nach meiner Abreise wieder gekommen ist.

Einerseits war ich traurig Familien zu wechseln, aber es war auch ganz schön mal etwas anderes kennen zu lernen und mal mehr ein Familienleben zu haben. Meine erste Familie war zwar super nett, aber es ist ja nie etwas perfekt! In meiner zweiten Familie habe ich viel mehr ecuadorianische Traditionen kennen gelernt und mitgemacht, das war richtig schön.

Die ganze Zeit über, auch nach dem Familien Tausch war ich auf derselben Schule. Es war eine kleine Privatschule der mittleren Schicht. Als ich dort mit der Schule angefangen hab, konnte man direkt die Verbesserung in meinem Spanisch merken, auch meine Grammatik wurde besser und am Ende konnte ich sogar besser schreiben als manche aus meiner Klasse.

Jeden Montag mussten wir uns in Reihen, der Klasse nach geordnet auf dem Schulhof aufstellen, die ecuadorianische und die Schule Hymne singen. Oft wurden danach auch kurze Reden über dies und das gehalten.

Im Süden der Anden liegt, finde ich, die schönste Stadt Ecuadors. Cuenca. In dieser Stadt hat mein erster Gastvater gearbeitet.

Drei mal war ich in dieser Stadt und jedes Mal fand ich es einfach nur wunderschön.

Cuenca, um die Stadt ganz einfach zu beschreiben, ist wie Quito nur etwas schöner und in Miniatur. Ungefähr zwei Stunden von Cuenca entfernt liegen die Ruinen einer alten Inka Stadt, die ich auf der letzten Rotary Reise besucht hab.

Auf dieser Reise, die über 9 Tage ging, hab ich viel erlebt, gesehen und besonders gegessen! Wir waren auf einer Bananen Plantage, wir haben unseren eigenen Kakao gemacht, Lama- und Storchfleisch und viele andere ecuadorianische Spezialitäten gegessen.

Foto #6: Ein Montag morgen in der Schule






Foto #7: Auf der Straußenfarm

Foto #8: Wir mahlen den Kakao

Foto #9: Links oben: Straußenfleisch, Teller rechts: Menestra mit Reis, typisches ecuadorianisches Gericht der Sierra


Foto #10: Cuenca

Foto #11: Inka Ruinen


Foto #12: Aussicht vom Berg Pichincha in Quito

Foto #13: Quito, eine Stadt voller Farben


Foto #14: Meine ecuadorianische (erste) Familie und ihre beiden Töchter




Der vierte Teil Ecuadors ist das Amazonas Gebiet.

Ich konnte es kaum glauben, als wir mit einem Boot drei Stunden auf dem Fluss Napo zu unserem Hotel gefahren sind. Ich war einfach überwältigt, dass mein Traum irgendwann ins Amazonas Gebiet reisen zu können mit 16 (!!) wahr geworden ist.

Wir sind dort in einem Hotel namens „Yachana“ geblieben. Das Wort „Yachana“ kommt aus der alten Inka Sprache Kechua und bedeutet „Ein Platz zum lernen“ und wurde von einem U.S Amerikaner gegründet. Dieser Camp wurde natürlich nicht ohne Grund „Ein Platz zum lernen“ benannt. Direkt neben an war nämlich, nachdem man ein paar steile 100 Meter durch den Jungel gelaufen ist, eine Schule die zu diesem Camp gehörte. Hier lernten Mädchen und Jungen alles was sie wissen mussten um im Jungel zu überleben. Jeden Morgen sind auch wir zu dieser Schule gegangen und haben jeden Morgen etwas neues dazu gelernt: wie man zum Beispiel aus trockenen Früchten und Kernen wunderschöne Armbänder oder Ketten macht oder über die Viehzucht und natürlich auch wie man sich im Jungel den Weg frei macht. Nachmittags haben wir andere Teile des umliegenden Gebietes erforscht und erkundet und haben lange „Spaziergänge“ durch den Regenwald unternommen. Der 18 Jähriger junger Mann, der uns alles gezeigt hat, ist im Jungel aufgewachsen und kannte weite Teile des Gebietes. Er führte uns zu einem Heiler, der unsere Körper vom Bösen befreit hat. Danach hatten wir eine kurze Stunde in der wir lernte wie man mit einem Pusteroh und einem giftigen Pfeil Tiere erlegen konnte und wie man einen Speer wirft. Es sah alle ziemlich einfach aus, aber das war es ganz und gar nicht.

Wir haben in den drei vollen Tagen in denen wir im Amazonas Gebiet waren und viel gemacht und gelernt und gesehen, dass es sich so anfühlte als ob wir ein ganzen Monat oder mehr dort verbracht hatten. Das Amazonas Gebiet war wunderschön, aber es war auch schön wieder zuhause zu sein und trockene Haare und Kleider zu haben!

Foto #15: Der Regenwald und der „Rio Napo“



Foto #16: Mahlzeit im Amazonas!

Foto #17: Meine Amazonas Gruppe. Im Hintergrund der Fluss Napo und links ein typischer alt ecuadorianischer Bus „Chiva“



Ich hatte eine wunderbare Zeit in Ecuador und das habe ich Rotary 1870 und besonders dem Club Düsseldorf Süd zu verdanken. Also noch mal: DANKE von ganzem Herzen für diese besondere Gelegenheit ein unbekanntes Land erkunden und neue Traditionen, Kulturen und Menschen kennen zu lernen!

Ich finde es schade, dass ich Ihnen meinen Vortrag nicht persönlich vorstellen konnte, doch ich hoffe es hat Ihnen gefallen!

Foto #18: Das erste Gruppen Foto der Deutschen bei der Ankunft in Quito (August 2009)


Foto #19: Gruppen Foto der letzten Deutschen in Ecuador (Juni 2010)

¡QUE VIVA ROTARY Y EL INTERCAMBIO CULTURAL!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen